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Jones Lang LaSalle SE (JLL)

Frankfurt (ots) - Deutlich unter dem Halbjahresniveau des
Vorjahres bewegt sich das Transaktionsvolumen des
Hotelinvestmentmarktes* Ende Juni 2019. Nach knapp 600 Mio. Euro in
den ersten drei Monaten flossen im zweiten Quartal mit ca. 870 Mio.
Euro zwar 45 Prozent mehr in die Assetklasse. In toto mit 1,47 Mrd.
Euro schlägt bis zur Jahresmitte aber ein Minus von 20 Prozent zu
Buche. Zweistellig ist auch der Rückgang beim Vergleich mit dem
Fünfjahresschnitt (- 14%). "Die Transaktionsvolumina der Jahre 2015
bis 2018 gehören erst einmal der Vergangenheit an. In der Tat könnten
auch die wenig euphorisierende Anzahl der Transaktionen von insgesamt
39 auf einen drastischen Nachfragerückgang hinweisen.
Erfreulicherweise jedoch stimmt die reine Statistik nicht überein mit
den realen Interessen der Investoren. Viele Anleger würden ihr
Kapital nämlich gerne in einer Hotelimmobilie unterbringen, finden
aber kein adäquates Produkt. Dieser Engpass betrifft insbesondere
Bestandsobjekte in zentralen Lagen mit langfristigen Laufzeiten", so
Stefan Giesemann, Executive Vice President der JLL Hotels &
Hospitality Group. Und Giesemann fährt fort: "Ein Großteil der Märkte
zeigt eine solide Performance mit erfreulichen Übernachtungszahlen.
Triebfeder ist hier der weiterhin boomende Tourismussektor und die
Nullzinspolitik, die auch bei steigenden Preisen den Käufern eine
auskömmliche Rendite beschert."

Die mit 18 Transaktionen aktivste Anlegergruppe waren erneut
institutionelle Anleger mit einem Anteil von ca. 55 Prozent
(entsprechend rund 800 Mio. Euro) am Gesamtvolumen, gefolgt von
Immobiliengesellschaften (190 Mio. Euro, sieben Transaktionen) und
Hotelbetreibern (172 Mio. Euro, drei Transaktionen). Auf alle übrigen
Anlegergruppen u.a. Private Equity Firmen, Privatpersonen und REITs
entfiel ein Volumen von insgesamt 306 Mio. Euro und elf
Transaktionen.

Einzeltransaktionen (33) summierten sich in den ersten sechs
Monaten auf insgesamt 950 Mio. Euro. Dies entspricht im Vergleich zum
Vorjahr einem Rückgang von etwa 37 Prozent (H1 2018: 1,51 Mrd. Euro
mit 47 Transaktionen). Der Schwerpunkt lag auf zahlreichen
kleinvolumigen Transaktionen. Damit verringerte sich die
durchschnittliche Größe pro Investment um rund drei Mio. Euro auf ca.
29 Mio. Euro. Ein hoher Teil der Transaktionen (ca. 40%) waren
aufgrund des mangelnden Angebots im Bestand erneut "Forward Deals"
bzw. Hotels, die im Projektstadium verkauft wurden. "Allerdings
können bei solchen Transaktionen für Investoren zeitliche
Verschiebungen und Bauverzögerungen bis zur Fertigstellung der
Immobilie aufgrund von Bauauslastungen auf Seiten der
Entwickler/Bauträger entstehen. Diese Unwägbarkeiten sind als Risiko
durchaus nicht von der Hand zu weisen", so Giesemann.

Auf Portfoliotransaktionen entfiel im ersten Halbjahr 2019 mit
knapp 520 Mio. Euro (sechs Investments) ein höheres Volumen als vor
einem Jahr (H1 2018: 357 Mio. Euro, sieben Investments). Damit lag
das Volumen etwa 45 Prozent über dem Niveau von 2018.

Deutsche Investoren machten auch im zweiten Quartal das Gros der
Investoren aus. Ihr Anteil am Transaktionsvolumen lag bei knapp 60
Prozent. Kapitalstarke ausländische Anleger kamen vor allem bei
Investments über der 50 Mio. Euro - Marke zum Zug (50% aller
Investments über 50 Mio. Euro). Anleger aus Großbritannien (155 Mio.
Euro) führten insgesamt die ausländischen Aktivitäten an, gefolgt von
Investoren aus den USA (115 Mio. Euro), Schweden (103 Mio. Euro) und
Singapur (50 Mio. Euro).

Stefan Giesemann abschließend: "Das zur Jahresmitte 2019 zu
bilanzierende Hotelinvestmentvolumen gibt nicht die Stimmung wieder,
die wir in unseren Kundengesprächen registrieren. Die ist
größtenteils positiv. Der Anlagedruck bleibt auch weiterhin hoch.
Auch insofern stehen für viele institutionelle Anleger,
internationales Kapital inklusive, aufgrund limitierten Angebots bei
Bestandsimmobilien Projektankäufe verstärkt im Fokus. Wegen der
gestiegenen Baukosten und der geringeren Margen ist auf Seiten der
Entwickler allerdings mittlerweile eine gewisse Zurückhaltung zu
erkennen.

In dieser komplexen Gemengelage erwarten wir in den kommenden
sechs Monaten ein durchaus vitales Marktgeschehen. Wir gehen davon
aus, dass auch einige größere Investitionen zum Abschluss gebracht
werden. Der Rückgang des Gesamtvolumens für 2019 wird allerdings
deutlich ausfallen: mit rund drei Mrd. Euro könnte er 25 Prozent
unter dem Fünfjahresschnitt liegen."

* Die Hotels & Hospitality Group von JLL, Germany, berücksichtigt
Einzeltransaktionen mit einem Investitionsvolumen von mindestens 5
Mio. Euro sowie Portfoliotransaktionen mit Objekten ausschließlich in
Deutschland. Ebenso enthalten sind deutsche Hotels, die als Teil von
grenzüberschreitenden Portfolioverkäufen veräußert werden.



Pressekontakt:
Dorothea Koch, Tel. 069 2003 1007, dorothea.koch@eu.jll.com

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