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Atradius

Köln (ots) - Laut Atradius werden die weltweiten Insolvenzen in
diesem Jahr erstmals seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise
wieder steigen. Als Ursache hierfür führt der internationale
Kreditversicherer vor allem zunehmende Belastungen für internationale
Geschäfte durch Handelskonflikte an. In der Folge prognostiziert
Atradius 2 % mehr Firmeninsolvenzen 2019 als im Jahr zuvor. Am
stärksten dürfte sich das Forderungsrisiko dabei in den
Volkswirtschaften Westeuropas erhöhen: Mit +3 % gegenüber dem Vorjahr
steigen die Firmenaufgaben hier stärker als in Nordamerika (+1 %) und
in der Asien-Pazifik-Region (+2 %).

"Einer der größten Risikofaktoren ist die enorm gestiegene
Verschuldung vieler Unternehmen seit der Finanz- und
Wirtschaftskrise. Dies sorgt für immer mehr Unsicherheiten, je länger
der aktuelle Kreditzyklus andauert", sagt Dr. Thomas Langen, Senior
Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius.
"Zwar hat sich der Ausblick für die Weltwirtschaft zur Jahresmitte
etwas erholt und die kurzfristigen Finanzierungsrisiken sind
gesunken, nachdem die US-Notenbank die Straffung ihrer Geldpolitik
vorerst unterbrochen hat. Die anhaltenden handelspolitischen
Konflikte trüben jedoch den Wirtschaftsausblick und erhöhen die
Unwägbarkeiten. Vor diesem Hintergrund werden wir in diesem Jahr mehr
Firmeninsolvenzen sehen als im vergangenen, und das Forderungsrisiko
wird 2019 höher sein als 2018. In der aktuellen Situation gehen wir
von einer moderaten Zunahme der weltweiten Insolvenzen um 2 % aus, da
ein langfristiges Abkühlen der Weltkonjunktur in diesem Jahr nicht in
Sicht ist. Sollte sich der Ausblick weiter eintrüben, werden wir
deutlich mehr Firmenaufgaben sehen."

Europäische Volkswirtschaften: Anstieg der Insolvenzen um bis zu
10 %

In seinem aktuellen Wirtschaftsausblick rechnet Atradius in
Westeuropa in diesem Jahr mit der ersten Zunahme der Insolvenzen seit
sechs Jahren aus. Mit +3 % fällt hier der Anstieg des
Forderungsrisikos im regionalen Vergleich am deutlichsten aus. Grund
dafür ist die sich abkühlende Konjunktur in Westeuropa aufgrund einer
sich verschlechternden Exportnachfrage. So steigen die Insolvenzen
unter anderem in Deutschland (+2 % gegenüber. 2018), Österreich (+2
%), Frankreich (+3 %) und Belgien (+2 %) an. Für Italien geht
Atradius von einem moderaten Rückgang der Wirtschaftsleistung aus, in
dessen Folge die Firmeninsolvenzen um bis zu 6 % ansteigen. Die
Ursachen hierfür sind vor allem politischer Natur, etwa die fragile
Regierungskoalition oder ein möglicherweise eskalierender Streit mit
der EU-Kommission über die hohen Schulden des Landes, der die
Finanzierungskonditionen für Privathaushalte erheblich verschlechtern
würde.

Auch außerhalb der Eurozone werden die Insolvenzen in Europa
zunehmen. Den von allen Ländern stärksten Anstieg der
Firmeninsolvenzen erwartet Atradius in der Türkei (+10 %) vor dem
Hintergrund der schrumpfenden Wirtschaftsleistung des Landes. Dabei
hat sich die Prognose der Risikoanalysten für den Bosporus in den
vergangenen Wochen sogar noch leicht verbessert, da die Regierung die
staatlichen Banken drängt, die Finanzierungskonditionen für
Unternehmen aufrechtzuerhalten und weitere Schritte eingeleitet hat,
die Umschuldungen erleichtern sollen. Das Forderungsrisiko bei
Exporten in das Land bleibt dennoch ausgesprochen hoch.

Verschlechtert hat sich auch die Insolvenzprognose für
Großbritannien: Ende vergangenen Jahres ging Atradius noch von einem
Anstieg der Firmenpleiten um 4 % im Vereinigten Königreich aus,
mittlerweile hat der Kreditversicherer seine Prognose auf +7 % für
das laufende Jahr nach oben korrigiert. Die Unsicherheit im
Zusammenhang mit dem Brexit sorgt unter anderem für die Verschiebung
von Investitionen. Dies wirkt sich vor allem negativ bei kleineren
Unternehmen auf der Insel aus.

Auch in der Schweiz sieht Atradius größere Forderungsrisiken als
noch zu Beginn des Jahres. Infolge der abkühlenden Nachfrage aus dem
Ausland sowie der verhaltenen Investitionstätigkeit in der
Eidgenossenschaft prognostiziert der Kreditversicherer einen Anstieg
der Insolvenzzahlen um 5 % in diesem Jahr.

Nordamerika: Insolvenzen dürften nahezu stagnieren

Sowohl für die USA als auch für Kanada wird nahezu mit einer
Stagnation des Insolvenzlevels in diesem Jahr gerechnet. Erwartet
wird, dass die USA einen leichten Anstieg von 1 % bei den
Firmenaufgaben verzeichnen. In Kanada dürfte die gleiche Zahl an
Firmen insolvent gehen wie im vergangenen Jahr. Umgerechnet bedeutet
das erstmals seit 2009 einen leichten Anstieg der Insolvenzen in
Nordamerika um 1 %. Seit dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise
waren die Firmenaufgaben in beiden Ländern um insgesamt 37 %
zurückgegangen. Für die USA rechnet Atradius auf absehbare Zeit nicht
mit einer Verbesserung des Insolvenzlevels, unter anderem, da die
Wirkung des Steuersenkungsprogramms auf die Wirtschaft nachlässt.

Asien-Pazifik: insgesamt stabile Entwicklung

Trotz der weiterhin zunehmenden Insolvenzen, die in China erwartet
werden, dürfte das Insolvenzniveau in der Region Asien-Pazifik nur
moderat steigen. Insgesamt sieht Atradius für die Region ein Plus von
1 % der Firmenaufgaben in diesem Jahr. Den stärksten Anstieg erwartet
Atradius in Singapur mit 3 % mehr insolventen Firmen als im
vergangenen Jahr. Ursache hierfür ist die hohe Abhängigkeit des
Landes von China. Die sich abkühlende Konjunktur im Reich der Mitte
belastet das Exportgeschäft Singapurs spürbar. Zudem beeinträchtigt
die insgesamt verhaltene Nachfrage im Elektrobereich nach Halbleitern
und Unterhaltungselektronik die Wirtschaft des Landes. Japan dürfte
2019 2 % mehr Insolvenzen verzeichnen als 2018, unter anderem infolge
einer schwächelnden Exportwirtschaft. Australien und Neuseeland
dürften in diesem Jahr um 1 % weniger Insolvenzen melden als im
vergangene. Der Ausblick für beide Länder hat sich zuletzt leicht
verschlechtert, bleibt aber insgesamt stabil.

Der aktuelle Wirtschaftsausblick von Atradius

Im aktuellen Economic Outlook analysieren die Ökonomen von
Atradius die wirtschaftliche Situation der globalen Wirtschaft und
geben einen Ausblick auf die Entwicklung der Konjunktur und der
Insolvenzrisiken in den kommenden Monaten. Sie können den kompletten
Bericht mit mehreren Infografiken, Statistiken und
Wirtschaftsprognosen kostenlos im Internet auf www.atradius.de im
Menüpunkt Publikationen herunterladen.

Über Atradius

Atradius ist ein globaler Anbieter von Kreditversicherungen,
Bürgschaften, Inkassodienstleistungen und Wirtschaftsinformationen
mit einer strategischen Präsenz in mehr als 50 Ländern. Die von
Atradius angebotenen Produkte schützen Unternehmen weltweit vor den
Ausfallrisiken beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen auf
Kredit. Atradius ist Mitglied der Grupo Catalana Occidente (GCO.MC),
einer der größten Versicherer in Spanien und einer der größten
Kreditversicherer der Welt. Weitere Informationen finden Sie online
unter www.atradius.de



Pressekontakt:
Atradius Kreditversicherung

Niederlassung der Atradius Crédito y Caución S.A. de Seguros y
Reaseguros

Astrid Goldberg
Pressesprecherin
Telefon: +49 (0) 221 2044 - 2210
E-Mail: astrid.goldberg@atradius.com

Stefan Deimer
Pressereferent
Telefon: +49 (0) 221 2044 - 2016
E-Mail: stefan.deimer@atradius.com

Original-Content von: Atradius, übermittelt durch news aktuell


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